Sa., 18.
Feb. 12

Schließung der Grundschule wird diskutiert

Von Jörg Hüddersen für Ortsrat Lerbach / Ortsbürgermeister.

Regelmäßig aktualisiert die Stadt Osterode die Zahl der in den nächsten Jahren zu erwartenden Schüler in den städtischen Grundschulen. Für das Schuljahr 2012/13 soll die Schülerzahl der Schule nach den Zahlen vom Dezember auf insgesamt 46 sinken und danach auf 48 Kinder in 2013/14 und 53 Kinder in 2014/15 wieder leicht ansteigen. In den nächsten zwei Jahren bliebe es damit bei zwei Kombiklassen (1 und 2. Klasse sowie 3. und 4.Klasse). Diese Zahlen berücksichtigen allerdings nicht, dass seit dem Schuljahr 2010/11 jährlich etwa 10 Kinder an die offenen Ganztagsschulen im Stadtgebiet Osterode (hier vornehmlich an den Röddenberg) gewechselt sind. Nimmt man für die Zukunft nur die Hälfte der bisherigen Abwanderung (also 5 Kinder pro Jahrgang) an, so fehlen nach vier Jahren 20 Kinder. Im Schuljahr 2012/13 bleiben dann 41 Kinder, 2013/14 und 2014/15 sind es dann jeweils 38 Kinder an der gesamten Schule. Eine vollständige Einzügigkeit würde rechnerisch aber mindestens 54 Schüler (jeweils 27 Schüler in zwei aufeinander folgenden Klassenstufen) erfordern. Somit wären selbst ohne Abwanderung nicht genügend Schüler für eine Einzügigkeit vorhanden.

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen hat der Osteroder Bürgermeister Klaus Becker die Fraktionen im Stadtrat aufgefordert, sich Gedanken über den Erhalt oder die Schließung der Lerbacher Grundschule zu machen und eine Beschlussvorlage vorgelegt, die die Aufhebung der Grundschule am Schwarzenberg zum Ende des laufenden Schuljahres vorsieht. Auf Initiative von Ortsbürgermeister Frank Koch fand am Donnerstagabend ein informelles Gespräch mit dem Lerbacher Ortsrat und den Spitzen der Stadtratsfraktionen und der Verwaltung der Stadt Osterode am Harz sowie der Landessschulbehörde statt, in dem die Lage analysiert und über das weitere Vorgehen gesprochen wurde.

Der Zeitplan für die Beratungen fällt hierbei recht eng aus, da die Schließung, wenn sie kommt recht schnell vollzogen werden soll. Dies soll vermeiden, dass die verbleibenden Schüler ein ganzes Jahr lang auf gepackten Koffern sitzen. Daher ist der endgültige Beschluss im Rat der Stadt Osterode für den 26. April vorgesehen. Vorher müssen noch die Ortsräte Lerbach und Freiheit, der Schulelternrat und der Schulausschuss des Rates tagen. Daher wurde bereits für den 06. März um 18:00 Uhr ein weiteres Treffen des Ortsrats in der Grundschule angesetzt.

Nicht betroffen von der Schließung wäre der Kindergarten Kunterbunt. Dieser lehnt in einem Schreiben an den Osteroder Bürgermeister die Schließung der Schule vor allem unter Hinweis auf die hervorragende Verknüpfung der Arbeit des Kindergartens und der Schule ab. Im Falle einer Schließung der Schule soll der Kindergarten aber einen Teil der frei werden Räumlichkeiten nutzen, um sein Angebot insbesondere in der Betreuung der Unter-Dreijährigen zu erweitern. Hierzu stellte die Stadt entsprechende Investitionen in Aussicht.

Die Turnhalle soll nach einer möglichen Schließung weiterhin den Vereinen zur Verfügung stehen und auch der Jugendraum soll in der bisherigen Form erhalten bleiben. Das Gebäude insgesamt kann von der Stadt auch nicht veräußert werden, da dann Rückforderungen von Fördergeldern auf die Stadt zukämen. Hier wäre also über eine Nutzung für Vereine im Ort (die Heimatstube nutzt bereits einen nicht mehr benötigten Raum in der Schule) nachzudenken. Alternativ kann sich Bürgermeister Becker auch eine Nutzung für das Osteroder Stadtarchiv vorstellen.

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