Ortsbürgermeister Frank Koch, 1. Vorsitzende Marlies Heck, Zbigniew Garczynski, Margret Kaiser, 2. Schützenvogt Marco Gömann
Von Jörg Hüddersen für Schützengesellschaft Lerbach e.V..
Marco Gömann stellte Mitgliederbefragung zur Zukunft des Vereins vorSchwierige Zeiten kommen weiter auf die Schützengesellschaft Lerbach zu. Der traditionelle Verein steckt in einem Dilemma. Nachdem die 1. Vorsitzende der SG Lerbach, Marlies Heck, die JHV mit Ehrengästen und unter anderem Kreisschützenpräsident Hans-Heinrich Knocke begrüßt hatte, erwähnte der stellv. Vorsitzende der SG Lerbach, Marco Gömann, dass es in der 369-jährigen Geschichte des Vereins mit einer Mitgliederbefragung zum weiteren Bestehen der SG ein Novum gegeben habe.
Anschließend gab er die Ergebnisse der Befragung zur Mitgliederentwicklung, der Altersstruktur, der aktuellen finanziellen Situation sowie der Lage zur Dorferneuerung bzw. des Abrisses des Alten Schützenhauses bekannt.
Insgesamt hätten mehr als die Hälfte der Mitglieder an der Befragung teilgenommen, so zunächst ein positiver Aspekt, den Gömann hervorbringen konnte. Besonders die Jugendarbeit sei ein wichtiger Punkt für die zukünftige Sicherung des Vereins, so ein signifikanter Wert der Befragung. Obwohl nach dem Votum knapp 2/3 der Befragten die Zukunftsfähigkeit der SG Lerbach als gefährdet betrachteten, gebe es ein klares „Ja“ für den Fortbestand des traditionellen Vereins, da sich nur zehn Prozent für eine Auflösung der SG aussprachen.
Als Empfehlungen für den Vorstand wurde diesbezüglich mit 43 Prozent ein Zusammenschluss mit den Lerbacher Vereinen gesucht, 28 Prozent halten hingegen eine Eigenständigkeit weiterhin für sinnvoll. 19 Prozent seien für einen Zusammenschluss mit einem anderen Schützenverein. In seiner Präsentation betonte Gömann sein Fazit der Befragung: „Unser Vereinsleben soll fortgesetzt werden, einschließlich einer aktiven Ansprache der Lerbacher Vereine für einen Zusammenschluss“, und kam somit gleichzeitig auf das Thema des Abrisses des Alten Schützenhauses zu sprechen.
Es gebe weiterhin Komplikationen aufgrund der "verschachtelten Bauweise" des Schützenhauses und des Vereinsheims. Als Alternativstandort für eine Schießbahn solle nun die Schule "Am Schwarzenberg" in Betracht gezogen werden. Jedoch müsse man dort eine neue Baugenehmigung beantragen und Emissionsschutzauflagen erfüllen. Eine neu zu erstellende Schießsportanlage sei aber förderbar, so Frank Koch.
Der Ortsbürgermeister wies jedoch entschieden darauf hin, dass das Vorhaben des Abrisses stets "auf Initiative des Ortsrates" betrieben wurde und dass es ein Problem sei, die Kosten des Abrisses und der Entwicklung abzuschätzen. Demzufolge, so Koch, befände man sich in einem Dilemma.
Schatzmeister Oliver Fuchs kritisierte, dass der Schützenverein im Rahmen der Dorferneuerung und zur Schaffung eines etwaigen Dorfmittelpunktes nicht "vom Opfer zum Täter" gemacht werden dürfe. In seinen Augen stehe man "nur im Weg" und es handele sich, so Fuchs energisch weiter, um "keine verwaltungs- sondern eine politische Frage". Ein konstruktiver Vorstand der SG Lerbach dürfe, nachdem alle Hebel in Gang gesetzt würden, "kein Sündenbock sein", um die Liegenschaft in Mitleidenschaft zu ziehen. Die SG poche daher auf die Liegenschaft und den Besitz, betonte Fuchs. Ohne das Vereinsleben sei ein KK-Schießen nicht mehr attraktiv.
Weitere Gespräche sollen in nächster Zeit mit den örtlichen Vereinen sowie benachbarten Schützenvereinen geführt werden.
Bei der JHV der SG Lerbach gab es auch Positives zu verzeichnen. Trotz der Problematik findet das traditionelle Schützenfest mit Handwerker- und Gewerbeschießen sowie der Mannschaftsvergleichswettkampf der Lerbacher Vereine in der zweiten Augustwoche wie gewohnt statt. Insgesamt seien zwölf KK-Schießen im Jahr 2012 geplant.
Schießsportleiter Ingo Grobecker erwähnte positiv in seinem Jahresbericht die Aktivitäten und Teilnahmen an den Vereinsmeisterschaften, den 2. Platz des Ernst-Müller-Pokal-Schießens, das Schützenfest im August sowie das Schießen um den Wolfgang-Dernedde-Pokal. Der Verein bestehe zurzeit aus 89 Mitgliedern.
Vereinsmeister und EhrungenAnschließend wurden die einzelnen Vereinsmeister proklamiert: Schützenklasse Freihand Marco Gömann (340 Ringe), Schützenklasse Auflage Henrike Grothe (339), Altersklasse Auflage Matthias Herrmann (265) und Margret Kaiser (259), Altersklasse Freihand Marlies Heck (302) und Seniorenklasse Auflage Zbigniew Garczynski (262). Für 25-jährige Mitgliedschaft wurde Ortsbürgermeister und Oberschützenvogt Frank Koch sowie Klaus-Peter Wiegand für 50-jährige Treue zum Verein geehrt.
Text & Foto: Sebastian Kutscher
16:00 Uhr, Schützenstube Lerbach
Freischießen zum Schützenfest
11:00 Uhr, Dorfplatz beim Hotel Sauerbrey
Frühschoppen der CDU Lerbach i
Ortsratsitzung i
Dorfmarkt i
18:00 Uhr, Schützenstube Lerbach
7. Übungsabend Kleinkaliber i